Adel ist auf Kaution draussen!


Unser Freund Adel ist seit dem 19. Februar 2014 aus der Haft entlassen – zumindest vorübergehend.

Die letzten vier Monate hatte Adel unter menschenunwürdigen Untersuchungshaftbedingungen in der JVA Moabit verbracht. Nachdem Mitte Oktober im Anschluss an diverse Hausdurchsuchungen gegen AntifaschistInnen zunächst eine Haftverschonung ausgesprochen wurde, da keine Fluchtgefahr bestehe, ließ die Staatsanwaltschaft nicht locker und beantragte erneut einen Haftbefehl. Als diesem stattgegeben wurde, standen die „Herren im Morgengrauen“ am 30. Oktober 2013 erneut vor Adels Haustür und entführten ihn in die JVA Moabit. Da nach fast vier Monaten Untersuchungshaft immer noch kein Prozessbeginn abzusehen war und die Verfahrensakten ungelesen in diversen Abteilungen „überwinterten“, beantrage seine Anwältin eine Haftprüfung, in der sie die Verhältnismäßigkeit der nun schon etliche Monate andauernden Untersuchungshaft in Frage stellte: mit Erfolg!

Adel hat die viermonatige Untersuchungshaft ungebrochen und aufrecht durchgestanden, auch mit Hilfe der Unterstützung von seinen Angehörigen sowie unzähligen FreundInnen und GenossInnen, die ihm Briefe geschrieben, Geld gespendet und auf alle erdenklichen Arten ihre Solidarität bekundet haben, in Berlin, der BRD und europaweit. Dafür bedanken wir uns in seinem und in unserem Namen von ganzem Herzen – hoch die internationale Solidarität!

Dennoch hält der Repressionsdruck weiter an. Adel ist zwar bis zum Prozess, dessen Datum bisher nicht feststeht, „auf freiem Fuß“, muss sich jedoch, neben der Zahlung einer Kaution in Höhe von mehreren Tausend Euro, drei Mal wöchentlich bei den Bullen melden und hat die höchst richterliche Auflage, sich von Demonstrationen, politischen Veranstaltungen und „Menschen rechter Gesinnung“ fernzuhalten. Ausserdem besteht die Möglichkeit das er nach dem Prozess wieder einfährt deshalb ist es wichtig den Druck aufrechtzuhalten und die Soliarbeit zu intensivieren. Denn auch wenn ein Betroffener vorübergehend wieder frei ist, gemeint sind wir alle. Erinnert sei an die vielen anderen Hausdurchsuchungen und Zwangsmaßnahmen, die im letzten Jahr in Berlin und bundesweit stattgefunden haben und vor allem die nach wie vor inhaftierten Antifaschisten Joel und Josef, denen wir weiterhin viel Kraft wünschen.

Repression is their weapon – Solidarity is our strength!
Zeigen wir diesem Staat, was wir von ihm halten!
Heraus zur bundesweiten Antirepressionsdemo am 22.03.2014, 16 Uhr U-Bhf. Turmstraße!

Wir feiern die Haftverschonung von Brother Adel Morgen ab 19 Uhr im Biergarten Jockel mit Refpolk, Drowing Dog, Zebra, Daisy Chain und Kronstadt. Kommt vorbei!
Infos:
http://www.stressfaktor.squat.net/termine.php?loc=7249

Resolutionen des 4. Young Struggle Kongresses für Adel

2 Resolutionen des 4. Young Struggle Kongresses

Trifft es einen Trifft es Alle
Freiheit für Adel- Freiheit für alle Politischen Gefangnen

Der 4. Young Struggle Europa Kongress schickt Revolutionäre Grüße an den in Moabit in U-Haft sitzenden Revolutionären Antifischisten aus Berlin. Er wird angeklagt, weil er legitimen Widerstand gegen Faschisten geleistet hat. Der Widerstand gegen Faschisten war, ist und bleibt legitim, auf allen Ebenen und mit allen Mitteln, selbst dann, wenn es gegen das bürgerliche Gesetz verstößt.

Wir unterstützen die Auffassung keine „Unschuldskampange“ führen zu müssen. Wenn „schuldig“ zu sein heißt, Antifaschist zu sein, Widerstand gegen Unterdrückung, Rassismus und Ausbeutung zu leisten, dann sind wir alle schuldig.

Wir stehen an seiner Seite, wie er an unserer Seite stand als unser Genosse Deniz K in den Knast kam. Deno, ein junger Migrant wie Adel, der ebenso wie Adel für seine Überzeugung und revolutionären Aktivitäten mit Freiheitsentzug bezahlen musste.

Unsere Gedanken sind bei dem Genossen Adel, wir wünschen ihm und seinen Freunden, Genossen und seiner Familie viel Kraft und Durchhaltevermögen. Wir vertrauen in den Genossen Adel, dass er sich nicht brechen lässt und mit erhobenen Haupt und als Stolzer Antifaschist und Revolutionär durch Gänge der JVA Moabit läuft. Kein Gefängniss kann uns Brechen!

Freiheit für Adel
Freiheit für alle Politischen Gefangnen
Hoch die Internationale Solidarität

Revolutionäre Grüße vom 4. Young Struggel Europa Kongress

Gruss aus Bonn

FREIHEIT FÜR ADEL!

Unser Freund und Genosse Adel sitzt mittlerweile seit dem 12. Oktober 2013 in der JVA Moabit in Untersuchungshaft.
Laut Anklageschrift bedrohte er einen Nazi und soll ihm seinen „Thor Steiner Germanen Schmuck“ entwendet haben. Einige NPD Mitglieder fühlten sich von Adel eingeschüchtert, als sie in Berlin Hellersdorf vor einem Flüchtlingsheim gegen Ausländer hetzten und auch die Polizei die, genau so wie die Nazis, keine Freunde von Adel sind fühlten sich durch seine Gestik provoziert. Dafür muss Adel sich jetzt vor Gericht verantworten.

Adel ist als Antifaschist schon lange politisch aktiv und ein Mensch mit so genanntem “Migrationshintergrund“. Er gehört zu dem Teil der Gesellschaft, der in Deutschland systematisch von der Politik ausgegrenzt und kriminalisiert wird. Migranten stehen in Deutschland erst mal unter Generalverdacht, sei es bei der Wohnungssuche oder bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz. Die Polizei kontrolliert gezielt Menschen mit orientalischen oder afrikanischen Erscheinungsbild und unterstellt ihnen gesteigerte Gewaltbereitschaft oder die Nähe zu organisierten Kriminalität. In vielen Teilen Deutschlands wird man wenn man wie ein “Fremder“ aus sieht nicht nur wie ein Mensch zweiter Klasse behandelt, sondern wie ein Tier, das zur Jagd frei gegeben wurde. Seit 1990 sind fast 200 Menschen von Neonazis ermordet worden. Viele dieser Menschen wurden einfach tot geprügelt, weil sie eine andere Hautfarbe hatten.
Diese Zustände sind immer noch Realität in Deutschland. Flüchtlingsheime werden wieder mit Brandsätzen angegriffen, in Dessau wird ein Afrikaner in einer Polizeiwache verbrannt und beim laufenden NSU Prozess wird mit jedem neuen Skandal deutlich wie sehr der Verfassungsschutz beim Aufbau ein rechten Terror Zelle seine Finger mit im Spiel hatte.

Der Wiederstand gegen diese Menschen verachtenden Zustände ist in den letzten Jahren größer geworden und im letzten Jahr haben die Repressionen gegen die Bewegung deutlich zugenommen. Ob in Berlin bei uns in Bonn, Hamburg oder Stuttgart, Verhaftungen Hausdurchsuchungen und Anquatschversuche gab es fast überall. Wir bewerten das als ein Zeichen dafür, dass wir anscheinend etwas richtig machen und deswegen machen wir mit dem was wir richtig machen auch im Jahr 2014 weiter.
So wie Adel werden wir weiter Wiederstand gegen das kapitalistische System leisten und organisieren. In diesem System ist das was man Adel vorwirft nicht kriminell, sondern ein Zeichen von Courage.

Ein Angriff auf einen von uns ist ein Angriff auf alle! Beantworten wir ihn auch so!

Kriminell ist das System und nicht der Widerstand!

Free Adel und alle politischen Gefangenen!

Antikapitalistische Aktion Bonn (AKAB)

[DD] Soli-Aktion für inhaftierten Berliner Antifa


Am Samstag, dem 18.01.2014 fand in Dresden eine Soliparty für Antifas aus Limbach-Oberfronha statt. Am Rande dieser Veranstaltung kam es zu einer spontanen Solidaritätsbekundung für den inhaftierten Berliner Antifaschisten Adel. Mit Hilfe eines Transparentes mit der Aufschrift „Free Adel! 13. Februar – Nazis stoppen!“ solidarisierten sich mehrere Antifas mit Adel und machten auf das bevorstehende Nazievent in Dresden aufmerksam.

Immer wieder sind in dem sächsischen Provinz-Städtchen Limbach-Oberfrohna Naziaktivitäten zu verzeichnen (1 | 2 | 3 | 4 | 5). Am 20.02.2012 kam es im hiesigen Stadtpark zu einem Übergriff von einer Gruppe Neonazis auf lokale Antifaschist_innen. Infolge dieser Auseinandersetzung riefen die Faschisten die Polizei und erstatteten Anzeige gegen die Antifas. Dieses Verfahren wurde eingestellt, jedoch bleiben die Betroffenen – wie so oft – auf den Anwaltskosten sitzen. Mit den Einnahmen der Soliparty sollen ihre Auslagen gedeckt werden. (mehr…)

Stellungnahme: Free Adel!


Keine Kompromisse mit Staat, Kapital und Faschisten!

Unser Freund und Genosse Adel sitzt. Wir haben bereits in unserem Text „stay rebel, stay criminal“ angedeutet warum, jetzt ist die Anklageschrift da und wir können genaueres sagen. Grob geht´s darum: Adel ist Antifaschist. Er und einige andere – bei sieben von uns gab es Hausdursuchungen – sollen einem Typen seinen „Thors Hammer“ abgenommen haben. Von der Staatsanwaltschaft wird diese kleine Kontroverse zwischen einem rechten Jugendlichen und einigen Genossen – in guter Weimarer Tradition nach dem Motto „Wenn einer links ist, dann erst mal das höchstmögliche Strafmaß rausholen“ – als „Raub“ gedeutet.

Dann gehts noch um ein paar Nazis am Rande einer NPD-Demo, die einen Schreck bekommen haben. Und wenn wir schon bei Schreck sind, eine Schreckschusspistole darf natürlich auch nicht in der Anklageschrift fehlen. Ansonten finden sich die alten Klassiker, einige Zivilbullen fühlten sich verbal und durch Gestiken „in ihrer Ehre angegriffen“. Ob Menschen, deren „Ehre“ nicht dadurch angegriffen wird, dass ihr gesamten Dasein aus stupidem Gehorsam besteht, in dieser Hinsicht überhaupt satisfaktionsfähig sind, lassen wir mal dahingestellt. (mehr…)